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Umbau/Neubau Technopark I, Winterthur

Gesamtleistungswettbewerb 2000, 1. Rang

Das ehemalige Speditionsge­bäude der SLM befindet sich an einer städtebaulich exponierten Ecksituation des Sulzerareals «Stadtmitte» in Winterthur.

Der Altbau aus dem Jahr 1906 ist keine ausgefachte Ständerkonstruktion wie die meisten der Fabrikbauten auf dem Sulzer-Areal, sondern eine Backstein­schale, die von Ge­schoss zu Geschoss von 62 cm auf 25 cm abnimmt und in deren Innerem Gussstützen die Holzbalken­decken tragen. Der Rasterab­stand der Stützen von 10 Metern war von den Anfor­derungen der Kranbahnen der Speditions­hallen her definiert.

Der Umbau zum Technopark mit Büronutzung durfte «nichts» kosten, der Einsatz der Mittel musste deshalb präzise abge­wogen werden.
Das aus einem Gesamtleistungswettbewerb hervorgegangene Umbauprojekt teilt die Geschossflächen in flexibel miteinander koppel­bare grosse und kleine Raumkammern ein und ergänzt die Erschliessungszone mit einem in den Raum gestellten «Sanitär­möbel». Die raumhohen Fenster­elemente wurden auf der Innenseite angeschlagen und die gestanzte Wirkung der Fensteröffnungen damit noch verstärkt. Die gesamten haus­technischen Installationen sind offen sichtbar und zugänglich geführt. Die Materialisierung und die Farbgebung unterstützen die Absicht, die industrielle Rohheit des Altbaus auch im neuen Technopark zum be­stim­menden Element der Raum­atmo­s­phäre zu machen.

Der zweigeschossige, durch eine Naht vom Altbau optisch getrennte Neubau ist keine gewöhnliche Aufstockung, son­dern eine Volumenstape­­­lung mit einer Ausladung zum Ein­gangsplatz des Technoparks hin. Das Volumen ist nur auf den ersten Blick willkürlich verscho­ben. Es steht über dem Stützen­raster des Altbaus, allerdings um eine Achse ver­setzt, und rückt von der Strasse ab. Dass die aussergewöhnliche Stellung auch Signalwirkung hat, kommt allen gelegen: Der Technopark Winterthur will Zeichen setzen.
Die Aufstockung steht auf den Betonscheiben, die die Raum­kammern der Unterteilung des Altbaus bilden. Die Konstruk­tion ist konventionell: Decken und aussteifende Wände aus Sicht­beton, Stützen aus Stahl. Raumhohe Fenster machen den Grossraum zum aussergewöhnlichen Sichtbalkon über die in der Umnutzung begriffene Industrielandschaft von Winterthur.