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Züblin-Areal, Schlieren

Das städtebauliche Grundgerüst respektiert die Grundlagen des Gestaltungsplans „Schlieren West“ vom Februar 2009 und bildet daher ein Puzzlestück aus einem grösseren Ganzen.

Entlang der Badenerstrasse wird ein fünfgeschossiger Gebäudekörper gesetzt. Der Sockel nimmt die gesamte Tiefe des zur Verfügung stehenden Baufeldes in Anspruch und erzeugt hof- und strassenseitig einen klaren Abschluss. Auf dessen Deck wird ein schlankes, durchlässiges Gebäudeband gesetzt, welches mäandrierend über die volle Sockeltiefe läuft.

Dabei wird mit dem erhöhten Sockelgeschoss eine städtische Antwort auf die Badenerstrasse gegeben, gleichzeitig wird die Bewegung des darüberliegenden Gebäudekörpers klar gefasst. Durch dessen gezieltes Vor- und Zurückspringen beginnt ein Dialog zwischen dem grosszügigen Hofraum mit der Parkallee und der Badenerstrasse. Diese soll sich nach dem Willen der Stadtplaner der Stadt Schlieren in naher Zukunft zu einem eigentlichen Boulevard entwickeln. Gleichzeitig wird durch das Segmentieren der Fassade die Massstäblichkeit der auf der  gegenüberliegenden Strassenseite quer gesetzten Wohnbauten aus den 50-er Jahren respektiert.

Südlich, entlang den Bahngeleisen, wird ein sechsgeschossiger, schlanker aber robuster Gebäudekörper positioniert. Rücklings zu den Bahngeleisen gesetzt, öffnet sich das Volumen südseitig zum Parkraum hin mittels einer vorgelagerten, eigenständigen Balkonschicht. Diese wabenartige Struktur nutzt die Möglichkeit der Verwebung der privaten Aussenräume mit dem südlich vorgelagerten, grossartigen Parkraum. Die unterschiedliche Behandlung der Strukturtiefe ermöglicht differenzierte Situationen bezüglich Tageslichtnutzung und Beschattung und gibt dem Gebäude trotz seiner stolzen Dimensionen ein lebendiges Gepräge. Beide Ränder der Bebauungsstruktur reagieren so differenziert auf deren städtebaulichen Gegebenheiten und die Anforderungen bezüglich Lärmschutz.

Im „Parkhof“ wird ein präzise auf das zur Verfügung stehende Baufeld abgestimmtes eingeschossiges Volumen gesetzt. Es übernimmt die Traufhöhe des Sockelgeschosses des südlich angrenzenden Baukörpers.

Der Gebäudekörper entlang der SBB-Linie ist zweispännig als 3.5/3.5 Zimmer-Typ aufgebaut und spezifisch auf die Lärm- und Besonnungssituation ausgerichtet. Von der Parkallee gelangt man südseitig zum Zugang Gebäudes. Ähnlich wie beim L-Typ bilden Treppenhaus, Nasszellen und Entrée eine der lärmzugewandten Seite positionierte Einheit. Die lärmempfindlichen Räume liegen zur ruhigen Parkseite. Der Wohnraum ist als „Durchwohner“ konzipiert. Auf jedem zweiten Geschoss wird der gerade „Durchwohner“ variiert, indem ein Schlafzimmer auf die Wohnungstrennwandseite verlegt wird. Der daraus resultierende Z-Typ erzeugt einen zusätzlichen Wohnungstypus und lässt ein interessantes, plastisches, kommunikatives Spiel der Balkonschicht zu. Der Wohnungsmix der 48 Einheiten kann mittels Schaltzimmer zu 2.5/4.5 Zimmer Wohnungen gesteuert werden.

Die Gebäude stellen wir uns in Massivbauweise vor. Der Kern mit Erweiterung der Nasszellen beinhaltet alle wichtigen haustechnischen Medien
und steift jedes einzelne Haus aus. Die Fassadenbänder sind als nichttragende, gemauerte und aussengedämmte Brüstungen ausgebildet. Verschiedene Putzstrukturen geben den Bändern eine differenzierte, veredelte Oberfläche. Die vorgelagerte Balkonschicht wird thermisch komplett vom Gebäudekörper abgekoppelt. Wie aufeinandergestapelte Tische tragen sie sich selber. Zur seitlichen Stabilisierung wird die Struktur punktuell an den Hauptbaukörper zurückgebunden. Wir stellen uns vor, die Oberfläche jedes zweiten Betonbandes, analog seiner dahinterliegenden
Wohnungsstruktur, mit einer feinen Farbdifferenzierung zu versehen.