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Geschäftshaus Vitodata AG, Seuzach-Ohringen

Wettbewerb 1996, 1. Rang

Die Vitodata AG, die Software­systeme für den Medizinal­bereich entwickelt, führte 1996 eine Projektierungskonkurrenz unter verschiedenen Architekturbüros durch, um Vorschläge für einen auf ihre besondere Unternehmensphilosophie und ihre betrieblichen Abläufe abgestimmten Neubau zu finden.

Das Geschäftshaus mit ca. 80 Arbeitsplätzen steht auf einer Restparzelle der Gewerbezone von Oberohringen. Entlang einer Ringstrasse stehen zusammenhangslos nebeneinander auf­gereihte banale Zweckbauten: «Container»! Der Gedanke, die Metapher eines Schiffes für den Entwurf des Neubaus an diesem Ort zu gebrauchen, war nahe­liegend – ein Schiff, das anlegt und später vielleicht wieder abfährt. Im scharf geschnittenen Betonbug befinden sich die Büro-, Schulungs- und Empfangs­räume, im Metallrumpf, einer Raumfolge aus einer zweigeschossigen offenen Halle und einem Oblichtband, die Produktions- und Systementwicklungsräume.

Transparenz ist das bestimmende Thema des Neubaus. Damit sind Sichtbeziehungen, Ausblicke und die Übersicht, daneben aber auch eine Haltung gemeint. Computerfachleute müssen offen sein gegenüber der Ent­wicklung, flexibel und schnell. Bereit, in immer anderen Arbeits­gruppen mitzuwirken, sich nicht abzukapseln, in Kontakt zu bleiben.

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Es gibt Architekten, Architekten (?) und Architekten (!) – Dahinden Heim Partner Architekten gehören für mich zu den Architekten (!).

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Manuel Dubs, Bauherr Vitodata AG

Der Kopfbau ist ein Sichtbetonquader mit in die Wand geschnit­tenen Fenstern in den Ober­geschossen und einem über die gesamte Fassade laufenden Glasband im Erdge­schoss. Darüber führt ein Vor­dach, ein dünnes waagrechtes Betonbrett, zum seitlich liegenden Haupt­eingang.
Die Längsfassaden des Rumpfs werden durch die Metall-Glas­-Konstruktion bestimmt. Die Schatten spendenden Putzbal­kone bilden eine zweite Ebene vor dem Raumabschluss der Fenster. Tags betonen die Sto­renkästen aus Aluminium und die Balkone die Horizon­tale, nachts leuchten die senkrechten Stäbe im Kunst­licht von innen.

Die von B & G Ingenieuren AG konzipierte Haustechnikanlage entspricht der hohen Flexibilität der Arbeitsplätze. Die Anlage musste komfortbewusst, öko­logisch sinnvoll, ökonomisch vertretbar und einfach zu bedienen sein. Gewählt wurde ein raffiniertes Mehrphasenkühlsystem.

  • Geschossflächen SIA 416:
    3 750 m2
  • Anlagekosten BKP 1–5:
    Fr. 7 500 000
  • Gebäudekosten BKP 2:
    Fr. 6 213 000
  • Kubikmeterpreis SIA 116:
    Fr. 430/m3