Prev
1/7
Next

Erweiterung Schulanlage Dorf/Feld, Kloten

Wettbewerb 2011
In Ausführung 2016–2019

Die bestehende Turnhallenanlage aus den späten 1940er-Jahren sowie der Kindergartenpavillon im südwestlichen Perimeter werden zurückgebaut.
An deren Stelle werden neu zwei präzise angeordnete Volumen platziert, die die bestehende Schule Feld in ein neues Ensemble integrieren und gemeinsam einen Schulhof umschreiben.
Durch die Zweigeschossigkeit des Schulneubaus und das Absenken der Turnhalle um ein Geschoss entsteht in der Höhenentwicklung der Schulanlage eine adäquate Massstäblichkeit, die die Traufhöhe des Schulhauses Feld respektiert.

Auf der dem Schulhof abgewandten Seite wird das Schulhaus Feld um ein schlankes zweigeschossiges Volumen erweitert.
Im nördlichen Teil des Platzes werden die Turnhalle und das Schulhaus Feld wie bis anhin mit einem eingeschossigen Dach verbunden, was der Hofsituation räumlich Rückhalt verschafft. Von der Gerlisbergstrasse her entsteht durch die neue Disposition eine Staffelung, die sich natürlich in die örtliche Situation eingliedert und gleichzeitig Vorplätze und Zugangssituationen zur Schulanlage bildet.

«

Die entstehende Staffelung gliedert sich natürlich in die örtliche Situation ein und bildet gleichzeitig Vorplätze und Zugangssituationen.

»
Dieter Haller, Partner / Geschäftsleitung

Das bestehende Schulhaus Feld soll nach den notwendigen Sanierungsmassnahmen in seinem architektonischen Ausdruck erhalten bleiben.
Die drei weiteren Eingriffe – Anbau ans Unterstufenschulhaus Feld, Neubau des Zentrumsgebäudes mit integriertem Kindergarten und schulspezifischen Serviceräumen sowie Neubau der Doppelturnhalle – sind aber gegenüber
dem Bestandesgebäude architektonisch eigenständig ausformuliert. In der Farbgebung der Fassade werden Tonalitäten auf das Bestandesgebäude abgestimmt, um über die städtebauliche Situation hinaus ein stimmiges
Ganzes zu erzeugen.

Der Hauptbau entlang der Gerlisbergstrasse bildet das eigentliche schulische Zentrum: Mittelstufe und Unterstufe greifen gleichsam in deren räumlicher Mitte auf das neue Nutzungsangebot zu. Der innere Weg dieses Gebäudes
verbindet die beiden Schuleinheiten auf der Erdgeschossebene und hat für die schulischen und nebenschulischen Nutzungen Plattformcharakter. Der Kindergarten am südlichen Kopf des Gebäudes bildet eine eigene Einheit, die sich in die Gebäudestruktur einfach einbinden lässt, eine eigene Adresse und einen Aussenraum hat. Gleichzeitig lassen sich der Kontakt und damit auch Synergien zu den schulischen Nutzungen wie Werkräumen, Mittagstisch, Aufenthaltsräumen und Bibliothek herstellen.
Im Obergeschoss ändert sich die Welt in eine kleinräumigere Clusterstruktur mit drei Grundeinheiten, bestehend aus Schulräumen in Längsrichtung und erhöhten Schulräumen in Querrichtung zur Fassade. Diese Struktur lässt sich je nach schulischer Situation, Raumansprüchen und Leitbildern kombinieren, ganz zusammenfassen oder unterteilen.
Jedem Cluster ist ein identitätsstiftender Innenhof eingeschrieben, der auch differenzierte Unterrichtsformen zulässt und die Schule zu einem Erlebnisort werden lässt.

Der Erweiterungsbau zum Schulhaus Feld übernimmt strukturell dessen Logik, was in der Fassade und der innenräumlichen Gliederung erlebbar wird. Die heute fehlenden Garderoben und Grossgruppenräume bilden eine Einheit,
auf die jeweils von einem Klassenzimmer aus zugegriffen werden kann. Es ist denkbar, dass der Vorbereich zum Grossgruppenraum abschliessbar ausgebildet wird und damit für spezifische schulische Nutzungen verwendet werden kann.

Am Standort der heutigen Einfachturnhalle wird eine um ein Geschoss abgesenkte Doppelsporthalle errichtet. Der effektive Hallenraum wird durch die beidseitigen Fenster vom Schulhof her ähnlich einer Zuschauertribüne einsehbar und volumetrisch auf ein Minimum beschränkt.
Unter dem Verbindungsdach zwischen Sporthallen und Schule Feld ist der eigentliche Zugang zur Turnhalle als eigenständiger transparenter Körper eingeschrieben. Über einen zweigeschossigen, ins Untergeschoss greifenden
Galerieraum kann die «Turnebene» betreten werden. Die laternenartige Oblichtsituation erzeugt im Untergeschoss aber nebst der Turnhalle auch intime Belichtungs- und Orientierungspunkte.
Betrieblich wird die Halle im Untergeschoss an das Unterstufenschulhaus Feld angeschlossen – ausserhalb der Schulzeit lässt sich das Hallenangebot durch den externen Zugang von Vereinen problemlos nutzen.