Arealentwicklung, Birchweid, Uetikon am See

Im Jahr 1989 wurde für das Gebiet Birchweid / Geseck ein öffentlicher Gestaltungsplan festgesetzt, um diesen Ortsteil von Uetikon in sechs Teilbereichen nach einheitlichen Grundsätzen bebauen zu können.

Im Laufe der Jahre wurden zwei Teilbereiche aus dem Gestaltungsplanperimeter entlassen und zum Teil nach anderen Grundsätzen überbaut. Weil vom einstigen Gestaltungsplanperimeter nur noch ein Fragment vorhanden ist, sich im Laufe der Zeit die architektonischen und ortsbaulichen Rahmenbedingungen sowie die Ansprüche bezüglich Erschliessung, Nutzung und Umwelt geändert haben, drängt sich eine Neuregelung der Bebaubarkeit für die Restfläche des Gestaltungsplanperimeters auf. Diese gliedert sich in eine unbebaute Landfläche von ca. 30‘000m2 und in ein bereits mit Bauten überstelltes Gebiet, welches nach einer Teilrevision der Bau- und Zonenordnung der Kernzone zugewiesen werden soll.

Mit dem Ziel, den alten, öffentlichen Gestaltungsplan durch einen neuen, privaten Gestaltungsplan abzulösen, wurde für das noch nicht überbaute Areal – unter Wahrung einer gesamtheitlichen Sicht – ein Richtprojekt entwickelt, welches bezüglich Architektur, Gestaltung und Nutzung erhöhte Ansprüche zu befriedigen vermag. Der Planungsprozess wurde offen, kooperativ und im engen Dialog mit der Gemeinde geführt. Dabei wurden wichtige Ziele aus der Revision der Nutzungsplanung aus dem Jahr 2013 übernommen, nämlich:

  • Erhaltung der charakteristischen Blickbeziehung zum Kirchhügel
  • Sorgfältige Einbindung der inventarisierten Schutzobjekte und ihrer Umgebung
  • Rücksichtnahme auf Kretenlage
  • Erschliessung ab Bergstrasse und öffentlicher Fussweg vom Rankweg zur Berg-/ Gseckstrasse
  • Nachhaltige Energielösung ohne fossile Energieträger
  • Einhaltung der Planungswerte

Nach verschiedenen Studien von Lösungsmöglichkeiten fiel die Wahl für die Weiterentwicklung auf ein Konzept mit fünf Hofgruppen, welches eine Abkehr von der heute oft gesehenen flächigen Zeilen- und Einzelbauweise hin zu einem vielfältig gestalteten Ortsbau-Ensemble darstellt. Für das Ortsbild massegebend ist der Entscheid, das Grundstück mit der Obstbaumpflanzung freizuhalten, die Sichtbeziehung zum Kirchhügel mit seiner Silhouette freizuhalten und das Ensemble von denkmalgeschützten Objekten nicht mit Neubauten zu verstellen.

Die fünf Hofgruppen sind so angeordnet, dass sie im Zentrum der Anlage einen grosszügigen Grünbereich mit Spielwiese ermöglichen. Zusammen mit der der Obstbaumplantage bleibt dadurch ein wesentlicher Grün- und Freiraum erhalten. Die einzelnen Hofgruppen in sich bestehen aus jeweils drei in der Höhe gestaffelten Wohngebäuden, welche sich um einen halbprivaten Innenhof gruppieren. Dieses identitätsstiftende Element dient der Adressbildung und als Begegnungsort. Pro Wohnhof können je nach Wohnungsgrösse bis zu 24 Wohneinheiten erstellt werden. In zwei Wohnhöfen ist die Realisation von stillem Gewerbe oder Gemeinschafträumen möglich. Die Erschliessung erfolgt bis auf oberirdische Notzufahrten unterirdisch ab der Bergstrasse in Unterniveaugaragen, welche unter den Innenhöfen der Hofgruppen angeordnet sind.

Für die Festlegung der planerischen Rahmenbedingungen zur späteren Weiterentwicklung des Richtprojektes wurde ein privater Gestaltungsplan mit Situationsplan, Bestimmungen und erläuterndem Bericht abgefasst. Mit einer Zustimmung an der Gemeindeversammlung vom 4. Dezember 2017 ermöglichen die Stimmbürger von Uetikon einerseits die Realisierung einer gestalterisch ansprechenden, verkehrsfreien Bebauung, anderseits stellen sie sicher, dass ein wesentlicher Teil des Areals freigehalten werden kann.

Planungsteam:

  • Architektur, Gesamtleitung: Dahinden Heim Partner Architekten AG, Winterthur
  • Landschaftsarchitektur: ryffel & ryffel, Landschaftsarchitekten BSLA/SIA, Uster
  • Suter von Känel Wild AG, Orts- und Regionalplaner, Zürich
  • Zehnder & Kälin AG, Bauphysiker, Winterthur
  • Dr. iur. Andreas Tinner, Rechtsanwalt, Winterthur
  • Marco Perolini, IPB GmbH, Bauherrenberater, Uetikon